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Geschlechtsspezifische Unterschiede des Verhaltens

Geschlechtsspezifische Unterschiede des Verhaltens

Warum Frauen so viel reden und Männer lieber schweigen? Warum Frauen besser zuhören und Männer besser einparken? Warum Männer ständig Sex haben wollen und Frauen Liebe?

Sind solche Redewendungen Ironie oder Realität? Welche Rolle spielt die Gehirnstruktur? Welche Einflüsse haben die Hormone? Sind diese Unterschiede angeboren oder erlernt?

Dieser Vortrag erklärt wissenschaftlich fundiert die Unterschiede zwischen männliche und weibliche Verhaltenschemata, warum Männer und Frauen unterschiedliche Fertigkeiten besitzen und warum sie anders denken und fühlen. Und vieles mehr.

  1. Evolution
  2. Hormonelle Unterschiede
  3. Neuroanatomische Unterschiede
  4. Biologische Unterschiede
  5. Unterschiede in der Sprachentwicklung
  6. Unterschiede im Denken:
  • Visuell-räumliches Vorstellungsvermögen
  • Orientierungsvermögen
  • Wahrnehmung
  1. Unterschiede in Emotion
  2. Frauen, Männer und Krankheiten
  3. Frauen und Beruf
  4. Zusammenfassung

Geschlechtsspezifische Unterschiede des Verhaltens

  1. Evolution des männlichen bzw. weiblichen Gehirns

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Die Körper und Gehirne von Männern und Frauen haben sich über Jahrtausende aufgrund verschiedener Aufgabenbereiche vollkommen verschieden entwickelt, da sie sonst nicht überlebt hätten. Mit der Anpassung des Körpers an immer mehr ganz spezielle Funktionen, hat sich auch das Gehirn verändert. Männer wurden größer und stärker als die meisten Frauen, und ihr Gehirn hat sich ihren jeweiligen Aufgaben angepasst.

 

Männer als Jäger

Wenn Männer auf die Jagd gingen, war ein guter Orientierungssinn für sie lebenswichtig.

Frauen als Nesthüterin und Jägerin

Die Frauen dagegen entfernten sich nicht weit von der Höhle, wo die Kinder warteten. Sie sammelten Essbares in der Umgebung, kümmerten sich um die anderen Mitglieder der Horde und erfanden die Sprache. Das Gehirn der Frauen hat sich ebenfalls an die speziellen Aufgaben angepasst.

  1. Aufbau des Gehirns

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Das Gehirn liegt im Schädel. Es enthält 12 Milliarden Neuronen (Nervenzellen) und 50 Milliarden stützende Gliazellen. Das weibliche Gehirn wiegt etwa 1300 Gramm, das des Mannes rund 1450 Gramm. Die Größe des Gehirns steht nachweisbar nicht in Relation mit der Intelligenz. Gehirngröße und -gewicht sind jedoch positiv korreliert mit der Körpergröße. Wichtig ist die Anzahl der Synapsen. Synapsen sind die Kontaktstellen, an denen Signale von einer Zelle auf die andere übertragen werden. Diese Kontaktstellen (Synapsen) werden mit dem Prozess des Lernens gebildet und verstärkt. Dies bedeutet, dass je mehr Synapsen gebildet worden sind, desto stärker ist die Gehirnleistung.

2.1 Das Großhirn: Fühlen und Denken. Im Grosshirn sitzt der Kern alles Menschlichen. Hier sind die Gefühle, die unser Bewusstsein vollständig beherrschen können. Doch zugleich ist hier auch der Sitz der Pläne und Gedanken. Hier werden Formeln begriffen, Strategien entworfen und Schachzüge ersonnen.

2.2 Das Kleinhirn: Bewegen und Kontrollieren. Es ist ein Wunder, mit welcher Präzision sich der menschliche Körper zu bewegen vermag. Seinen Ursprung hat dieses Wunder im Kleinhirn. Zwar gibt auch das Grosshirn Befehle an die Muskeln, die Feinarbeit aber, die allein den sicheren Halt des Kletterers am Fels garantiert, bleibt dem Unbewussten überlassen. Radfahren, Schreiben, Klavierspielen oder Netzeknüpfen: Alle fest einstudierten Bewegungsabläufe werden im unbewusst arbeitenden Kleinhirn automatisiert und archiviert.

2.3 Das Stammhirn: Regulation und Steuerung autonomer Funktionen, wie z. B. Atmung und Pulsfrequenz. Oberhalb der obersten Struktur des Stammhirns befindet sich ein kompliziertes Regelsystem, das verschiedene Prozesse reguliert und kontrolliert wie z. B.: Schlaf, Wasserhaushalt, Körpertemperatur, Herz-Kreislaufgeschehen, Nahrungsaufnahme und Sexualfunktion.

2.4 Linke Hemisphäre und rechte Hemisphäre

Die beiden Hemisphären sind eng zusammengedrängt und werden durch den Corpus callosum  (Nervenfaser) verbunden, die die Kommunikation zw. beiden Hirnhälften erlaubt.

2.4.1 Die linke Hemisphäre steuert die rechte Körperseite. Sie ist für verbale Funktionen, Fakten, Deduktionen, Analysen, Praktisches, Ordnung, Liedtexte, Geradliniges Denken,

Detailwahrnehmung zuständig und ihr wird die logisch-kritische Analyse zugeordnet. Es werden zwei versch. Sprachzentren festgestellt: Ein motorisches Sprachzentrum (Broca-Zentrum) zuständig für die Spracherzeugung und ein sensorisches Sprachzentrum (Wernicke-Zentrum) zuständig für das Sprachverständnis. Verletzungen in diesen Arealen können schwere Konsequenzen haben.

2.4.2 Die rechte Hemisphäre steuert die linke Körperseite. Sie ist für nichtsprachliche Funktionen verantwortlich. Die rechte Hemisphäre ist besonders für visuell-räumliche Wahrnehmung, Gesichtserkennen, Intuition, Kreativität, Künstlerische Anlagen, Ideen, Vorstellungsvermögen, Holistisches Denken, Liedmelodien, Wahrnehmung des „Großen Ganzen“ und Gleichzeitige Bearbeitung mehrerer Vorgänge zuständig.


2. Hormonelle Unterschiede

Beide Geschlechter haben „weibliche“ (Östrogen und Progesteron) und „männliche“ Geschlechtshormone (Androgene, meist Testosteron), jedoch in unterschiedlichen Konzentrationen.

Heute ist es bekannt, dass unser Gehirn bereit vor der Geburt von Hormonen programmiert und unser Denken und Verhalten von ihnen beeinflusst wird.

 

 

3. Neuroanatomische Unterschiede

Forscher gehen heutzutage davon aus, dass es etwa 12 verschiedene strukturelle Unterschiede zwischen dem männlichen und weiblichen Gehirn gibt. Hier werden 2 erwähnt.

 

3.1 Corpus callosum (Balken)

Das Corpus callosum (Nervenfaser) verbindet beide Gehirnhälfte. Frauen haben ein größeres Corpus callosum.  Das weibliche Gehirn zeigt eine höhere Anzahl an Verbindungen  – 11% mehr innerviert als bei Männern – und hat den Vorteil, bei fast allen Tätigkeiten mehrere Bereiche des Gehirns zu aktivieren.

 

Das weibliche Gehirn zeigt eine mehr bilaterale Organisation zur Bearbeitung kognitiver Aufgaben. Das männliche Gehirn ist stärker in Teilbereiche aufgeteilt. Im männlichen Gehirn sind spezielle Regionen für räumlich-visuelles Wahrnehmen, abstraktes Denken (Mathematik) und Problemanalyse stärker entwickelt als im weiblichen.

 

3.2 Der Hypothalamus ist das Zentrum der Sexualität

Frauen haben einen viel kleineren Hypothalamus als Männer. Darum haben sie auch im allg. einen wesentlich schwächeren Geschlechtstrieb als Männer.

Männer haben einen viel größeren Hypothalamus und dadurch ist deren Geschlechtstrieb sehr stark ausgeprägt. Es entsteht dadurch Geschlechtsunterschiede in der Sexualität. Der impulsive Geschlechtstrieb des Mannes dient einer klar definierten Aufgabe, nämlich sich zu reproduzieren, damit die Spezies Mensch nicht ausstirbt.

 

4. Biologische Unterschiede

4.1 Reifung der Gehirne bei Mädchen

Bei Mädchen wachsen beide Gehirnhälften gleichmäßig, was ihnen den Vorteil einbringt, dass sie früher als Jungen sprechen und besser rechnen können.

4.2 Reifung der Gehirne bei Jungen.

Die rechte Gehirnhälfte wächst bei Jungen schneller und besser als die Linke, weil das Hormon Testosteron das Wachstum der rechten Gehirnhälfte fördert.

 

Quellenangaben:

Spiegel Special 4/ 2003: Wunder Gehirn | Neuropsychologie, Kolb u. Wishaw, Verlag: Spektrum, 2004

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